neue Räume (3)

In Stykkishólmur bin ich vor allem, weil mir meine Island begeisterte Bekannte diesen Tipp gegeben hat. Seit gestern weiss ich, dass die Ortswahl von Etappe drei abolut richtig war: Denn ihr gibt es auch ein Spital mit 24-Stunden-Betrieb. Aber dazu später.

Gestern Morgen war mein Vorsatz ein schwieriger: Ohne Zwischenhalt wollte ich die westlichste Spitze der Halbinsel anpeilen, wo das erkaltete Lavafeld, direkt unter dem Vulkan Snæfellsjökull, am Meer endet und für Vögel ein absolutes Paradies ist. Diese Pracht stand auf dem Tagesprogramm – mehr nicht.

Schon kurz nachdem ich Stykkishólmur im Rückspiegel sah – vorbei an Pizzeria und BAKARí – gab es so manches, das «unglaublich», «das gibt’s doch nicht», «so ein Wahn» war. Meine Freude teilte ich meinem «Nissan» mit.

Um 15 Uhr war ich schliesslich an meinem Ziel; dort, wo ich bereits um 10 Uhr hätte sein können. Da ich mich schon den ganzen Tag treiben liess, blieb ich bis 19 Uhr. Ich wanderte, schaute, suchte nach Objekten und Sujets – das Licht wurde immer schöner: Noch eine einzige Aufnahme wollte ich die für den Gesamtzusammenhang.

Allerdings wusste ich genau: nun bin ich müde, habe im Laufe des Tages zu wenig Kalorien und Flüssigkeit getankt. Diese Kombination ist für mich meistens äusserst gefährlich. So gut kenne ich mich. Darum sagte ich mir: «Barbara – pass auf» – und schon falle ich zu Boden, wie wenn mich eine unsichtbare Kraft von hinten gerammt hätte. Brille und Nase sind gebrochen …

Furchtbar sehe ich aus, als ich in den Autospiegel schaue. Ich desinfiziere die Wunden, dank des Notfallsets, das ich heute Morgen ausnahmsweise eingepackt habe. Dann informiere ich meine Lebenspartnerin. Sie checkt via Telefon, wie schlimm es ist. Ich sage: «Die 90minütige Rückreise schaffe ich» und verspreche ihr, mich nach Ankunft gleich zu melden.

Zu Hause in meiner Bed-and Breakfast Unterkunft «Höfðagata» hat Diana, die Angstellte, zufälligerweise noch zu tun: «Mein Gott, was ist mit dir geschehen!», ruft sie, als sie mich von weitem sieht, reicht mir den Arm und fährt mich kurzerhand ins Krankenhaus!

Einiges tut mir weh, aber letztlich habe ich Glück im Unglück. Den heutigen Samstag verbringe ich vor allem im Bett. Schon wieder neue Räume entdecken – auch in mir. Dass dieses Motto heute seine Fortsetzung hat, war nie so geplant.

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2 Gedanken zu “neue Räume (3)

  1. Susanne Philipp schreibt:

    Liebe Barbara

    o je Dein Sturz das tut mir sehr leid. Ich hoffe es geht Dir einigermassen recht, sodass Du in absehbarer Zeit wieder Island Ausflüge unternehmen kannst.
    Ich grüsse Dich herzlich aus der Schweiz – bald sitze ich an der Orgel und spiele etwas für Dich.
    Susanne

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    1. liebe Susanne – das finde ich wunderschön. Vielleicht darf ich heute Nachmittag in der Kirche von Stykkisholmur dabei sein, wenn der Organist übt – Diana, die Angestellte des B&B und mein Glück, dass es sie gibt, hat den Organisten angefragt und ihm mein Interesse mitgeteilt. Möchte so gerne hören, wie es hier klingt! Mal schauen. Barbara

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