zwischen

Ich befinde mich auf dem Weg von dort nach dort. Im Tram sitzen junge Menschen mir gegenüber – in ihrer Sprache sind sie «mega jung». Die eine Frau öffnet die frisch gekaufte Büchse und kostet am Kräutersalz. Sie findet dieses besser als «Herbamare», weil ein bestimmtes Gewürz so «mega» dominiere. Thymian, liest die andere auf der Verpackung. Sie sind sich einig, dass damit das Raclette, das ich mit Winter assoziiere, gerettet ist. Gleichzeitig überholt ein Velofahrer das wartende Tram. Die Frauen schauen ihm nach und finden seine Kleidung ebenso «mega»; ich übrigens auch. In Boxershorts mit Blumenmuster, kurzem Shirt und FlipFlops fährt er in den Abend dieses sommerlichen Zürcher November Sonntags.

Zu Hause, auf dem Balkon, blühen neben dem Verwelkten und Verdorrten noch immer die frisch erblühten, blauen Glockenblümchen. Seltsam diese Kombination. Ich frage mich, wo befinde ich mich? Irgendwie zwischen zwei Welten. Auch gedanklich – zwischen dort und dort. Dabei ist mir bewusst, dass andere Menschen davon ganz anders betroffen sind.

«Haben wir eine Wahl?», lese ich auf der Rückseite des Programmheftes einer unlängst besuchten Theatervorführung, als ich ziellos durch die Wohnung wandle und bin froh, in meinem Zwischenzustand (Zeiten und Orte) auf einem zweiten Programmheft so etwas Konkretes zu lesen wie: «Das Meer ist einfach etwas was ist».