Herkunft

Ja, liebe S. – es hat wirklich etwas an sich, worüber wir beim Nachtessen, als wir nach deinen mächtig vielfältigen Orgelklängen, die du nur für uns – für Doris, mich und deine Partnerin – in der Kirche oberhalb des Bodensees spieltest, noch sprachen.

Die Herkunft.

Doris und ich wandern  im Appenzell über der Nebelgrenze. Die Hügel steil, die Perspektiven wunderschön. Wir sind auf dem Weg zur Hochalp und einmal mehr wird für mich ihre Herkunft greifbar – ihr Aufwachsen mit Geschwistern auf einem Bauernhof auf 1000 Metern Höhe, weit weg von Dorfleben und Schule.

Unterwegs mit mir wählt Doris die Senkrechte und gewinnt innert kurzem Meter an Meter. Ich dagegen schnaube im Zick-Zack aufwärts und schon bald verschwindet ihr weiss-silberner Haarschopf hinter der ersten Anhöhe. Die Diretissima, weiss ich, die hat sie schon früher für ihren Schulweg gewählt. Eineinhalb Stunden hin, eineinhalb Stunden zurück – durch all die jahreszeitlichen Wetter.

Dieses Früher bereichert auch unsere Gespräche.

Wir verlassen die Strasse, deren jüngste Erweiterung dazu geführt hat, dass der Brunnenrand nun auf gleicher Höhe, quasi auf gleicher Höhe wie die Alp-Zufahrt, am Teer klebt. Ich wundere mich über die eigensinnigen, um nicht zu sagen kopflosen Bauarbeiten. Und Doris regt sich auf. «Stell dir einmal die Kühe vor – sie müssen erst in die Knie, damit sie es schaffen, aus dieser Vertiefung Wasser zu saufen.» Dabei demonstriert sie die  Konsequenzen. Sie knickt ihre Arme nach innen und beugt den Kopf weit nach unten.

Überhaupt zeigt sie mir, der in der Stadt Aufgewachsenen, immer wieder einmal auf, welche  Auswirkungen Anpassungen auf den Bauernstand haben. Zum Beispiel der permanente Preisdruck. Sie rechnete mir unlängst vor, wieviel hinter 500 Gramm genormter Himbeeren steckt. Wie viele Stunden, wie viel Handarbeit – unter anderem für die Pflege der Stauden, die bereits im Frühjahr beginnt und im Herbst vorübergehend endet; für das tägliche Pflücken der reifsten Früchte während der mehrwöchigen Erntezeit, das Aussortieren und Bereitstellen für einen Endpreis, je nach Verkaufsstelle, von 99 Rappen bis 3.50 Franken pro Schale, an der der Zwischenhändler letztlich mehr verdient, als die Bäuerin.

Ja, liebe S. – all dies geht mir durch den Kopf, bevor Doris‘ Schopf wieder auftaucht, da sie auf der nächsten Anhöhe bereits auf mich wartet.

IMG_2425

Erinnerung

Heute ist gestern heute.                                                                                                                        Heute ist gestern Erinnerung.                                                                                                             Zum Beispiel ans Wandern, ans sich begegnen, ans sich vertrauen …

IMG_2422

Augenblicke

 Regelmässig verfolge ich den Blog von «Lyrikzeitung und Poetry News». Immer wieder entdecke ich dabei, Gedichte oder Texte, die das (Nach)-Denken anregen. Vor einiger Zeit wurde auf das Buch «Die Kunst an nichts zu glauben» von Roul Schrott hingewiesen. Damals habe ich mir die Zeilen kopiert, die ich in dem Moment wieder entdecke, als ich am Fenster sitze und in die goldfarbenen Blätter schaue, die noch nicht zu Boden gefallen sind.
«Wir glauben Zeit zu erleben; doch ist dies falsch. Ein jeder erlebt nur Momente – Momente der Erfahrung. Schnipp mit den Fingern: Da ist ein Bild, ein Augenblick. Schnipp sie erneut und da ist wieder nur ein Moment. Du denkst zwar, dass eines auf das andere folgt. Doch ist dies Illusion: Du erinnerst dich bloss, im zweiten Moment noch an den ersten. Diese Erinnerung jedoch ist keine Erfahrung vergehender Zeit. Die Erinnerung an den ersten Moment ist nur Teil des Erlebens des zweiten. Alles, was wir erleben – alles, was real ist,
sind einzelne Augenblicke.»

Berlin

IMG_2280

Vor 15 Jahren war es, als meine langjährigste Freundin für mehrere Monate in Berlin lebte. Hier, in der pulsierenden Grossstadt mit der unglaublichen Geschichte von Trennmauer durch Land und Familien, von Entzweiung und Wiedervereinigung war für sie so vieles zusammengekommen, von dem sie träumte und nie glaubte, es je zu erreichen: leben in einer deutschen Grossstadt und schreiben für die rennomierte, deutsche Wochenzeitung, die sie seit Jahren las und Massstab für ihr tägliches Arbeiten war, an dem sie immer wieder zu scheitern glaubte.

Nun wandern wir zusammen durch diese Stadt, in der ich sie während ihrer Berliner Zeit mehrmals besuchte. Wir suchen als erstes die Orte auf, wo sie ihre Kreise zog. Doch die Dinge, die damals als Ersatz für die Heimat so wichtig wurden, sind kaum noch vorhanden. 25 Jahre Wende haben dem Osten der Stadt das Konzept des Westens in fast jede Nische eingeimpft – das damals Eigene und irgendwo Eigensinnige ist verschwunden. Das Gesicht, auch rund um die Hackschen Höfe, ist geliftet «for beautyful people», wie der Zusatz eines Modelabels präzise ansagt, was heute Sache ist.

Die Gehsteige, stellen wir fest, ist so ziemlich das einzige, was nicht angeglichen und dadurch geblieben ist, wie es vor 15 Jahren war, als wir hier so viel Neues entdeckten: unangepasst und eigen.

Richtung gut

IMG_2201

Am Freitag war ich im Toggenburg wandernd unterwegs. Ich habe dabei unter anderem auch nochmals übers Mail meiner Schwester vom Donnerstag nachgedacht, worüber ich bereits geschrieben habe, weil ich so glücklich über ihre Zeilen war (nachzulesen in «Kuss» vom 10.9.).

Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass sich beim Wandern die Gedanken bündeln und durch das Voranschreiten klarer werden. Das war auch am Freitag so. Ich realisiere, wie differenziert meine Schwester das «Betreff» setzte. Ihr Mail titelte sie nicht etwa «gut», auch nicht «richtig gut». Sondern: «Richtung gut». Ja, das ist für meine Schwester typisch, sie trifft meinen Zustand. Sie hat völlig recht, auf dem Weg ins Leben als Pensionierte bin ich schon ein ganzes Stück weiter als vor wenigen Monaten. Aber erst, so wie sie schreibt,  «Richtung gut».

Mein Ziel an diesem Wanderfreitag ist eine Ausstellung über Zufall oder Wirklichkeit. Doch letztlich wird es weniger eine Kulturwanderung als eine Reise in die Vergangenheit. Denn vor sieben Jahren und fünf Monaten wanderte ich mit meiner Schwester und meinem Schwager über dieselben Hügel. Doch damals schwiegen wir, denn in Gedanken waren wir bei meiner kurz zuvor verstorbenen Partnerin.

Als ich am Morgen losfahre, denke ich zwar, dass mich der Ausstellungsbesuch per Zufall diesen Weg wiederholen lässt, ohne dass mich dabei die Vergangenheit gross einholt. Doch die Wirklichkeit wird eine andere. Das Erlebte kommt mir nahe. Aber glücklicherweise nicht mehr so nahe, wie vor sieben Jahren und fünf Monaten.

Am Abend erzähle ich Doris von meinem Tag «Richtung gut» und der Zufall will es, dass es ausgerechnet derjenige Tag ist, an dem wir uns vor sieben Jahren begegnet sind und seitdem unsere Wege zu einem gemeinsamen wurde.

Anmerkung: Ausführlicher habe darüber geschrieben in «Den Himmel berühren – meine Geschichte von Trauer und erneutem Glück». Das Buch erschien 2010 beim Schweizer Verlag «Wörterseh».

IMG_2203

Computer

Das Fotopapier war endlich im Drucker, die schwarze Patrone ebenfalls ausgetauscht. Das erste Bild erscheint gelb-rot. Ich wechsle noch die Farbpatronen. Denn ich will meine Atelierwand sukzessive mit meinen Island-Fotografien behängen. Bis dahin hatte ich auf dieser Fläche eine einzige Postkarte festgemacht. Sie hatte ich letztes Jahr von Graz mitgebracht, als ich eigens für die Ausstellung von Maria Lassnig dorthin reiste. IMG_2109

Die Karte, der inzwischen verstorbenen österreichischen Malerin zeigt auf schonungslose Art das Alter. Diese Radikalität liebe ich. Deshalb hat die Karte einen so prominenten Platz erhalten, vis-à-vis von Tisch und Computer genau in meiner Blickrichtung.

Nun kommen noch Island Erinnerungen dazu.

Aus der Weite höre ich meine Büronachbarin, die wie ein Wirbelwind durch den Gang kommt. Sie hat sich, zusammen mit einer Kollegin am gleichen Ort eingemietet wie ich. Ich habe sie lange nicht mehr gesehen. Ich erfahre, dass sie ebenfalls kaum mehr hier gewesen sei, da sie zwischen New York und Zürich pendle. Ihre Tochter hätte unlängst das zweite Mädchen geboren und sei bereits wieder am Arbeiten und sei deshalb auf ihre Unterstützung angewiesen. Ich sage: «Schön, dass du immer wieder in New York sein kannst.» Sie antwortet etwas heftig: «Ich habe mich heute Morgen im Spiegel betrachtet und sehe so etwas von alt aus!»

Meine Büronachbarin ist bereits 70. Als sie die Tür zu ihrem Arbeitsraum öffnet, wird sie versöhnlicher: «Weisst du», erklärt sie mir: «Nur beim Arbeiten kann ich mich entspannen und das fehlt mir momentan eindeutig». Dabei zeigt sie auf ihre Tasche, die sie auf ihren Reisen immer dabei hat – allein die Grösse weist darauf hin, was sie beim Pendeln über den Atlantik begleitet: der Computer. Sie nutzt einen, der inzwischen seltenen Momente und entschwindet an den Ort, der Entspannung verspricht. Stille.

Ich drucke ein weiteres Islandfoto. Am Boden meine Tasche, in der gleichen Grösse wie diejenige der Büronachbarin. Ich bin heute auch mit Computer unterwegs, allerdings reise ich nicht über den Atlantik, sondern an den Bodensee.

IMG_2107

Premiere

Am Samstag, kurz nach 12 Uhr, sitzen wir drei Pensionierten im Zug.

Ich bin, fürs Empfinden meiner zwei Begleiterinnen, fast etwas zu knapp eingetroffen – nach meinem Dafürhalten hat es gut gereicht. Immerhin habe ich für mein Fahrrad einen Abstellplatz gefunden, was bei soviel Freizeitreisenden nicht ganz einfach war. Und auch meine leere Petflasche konnte ich noch mit Wasser füllen.

Als ich nun ins Zugabteil trete – zugegeben etwas verschwitzt vom mich Beeilen – entspannen sich Schwester und Freundin. Beide halten ihr Smartphone in den Händen für den Fall, der nun, bei meinem Erscheinen, nicht eingetroffen ist. Wenig später, exakt um 12 Uhr 09, rollen wir aus dem Zürcher Hauptbahnhof und bereits drei Stunden später landen wir im tropischen Locarno.

Ans Filmfestival komme ich mit wenigen Unterbrüchen seit 1975 regelmässig. Ich erinnere mich an manch eindrückliches Dokument, das ich in den vergangenen 40 Jahren hier gesehen habe. Ich bin also nicht nur mit Catherine Deneuve alt geworden (siehe 3.8.15), sondern auch mit dem «Festival del Film». Jung geblieben ist nur der Leopard, trotz 68° Ausgabe.

Dennoch ist dieses Jahr für mich persönlich ein ganz spezielles Jahr, eine Art Premiere: Erstmals komme ich als Rentnerin hierher.

Ich konzentriere mich deshalb beim Kauf der Dauerkarte speziell aufs Formulieren. Ohne Stocken will ich nach der altersebedingten Ermässigung fragen. Mein Satz soll aus einem Guss sein: «Ich hätte gerne ein pensioniertes Abonnement.» Ich stolpere selbst nach dem zweiten Anlauf und lache deshalb.

Doch das System akzeptiert mich trotzdem nicht – ich sei noch zu jung, informiert der Computer die Frau an der Kasse und diese wiederum mich: Die Reduktion gelte erst ab 65. Mit andern Worten: Ich muss nochmals ein Jahr warten, bis ich für dieses System alt genug bin und mit «pensioniertem» Festivalpass ins Kino darf.

erinnern (4)

Ich hänge in Doris‘ Garten die Wäsche auf, als mich die Bekannte sieht. Sie liest fast täglich meine «Post’s» – eben nicht «Blogs» wie mich gestern Clara Himmelhoch in einem Kommentar über meine nicht adäquate Wortwahl aufgeklärt hat.

Die Bekannte, um aufs Thema zurück zu kommen, ist um einige Jahre älter als ich. Sie freut sich jeden Morgen, wenn sie Online geht, jeweils als erstes direkt auf den für sie eingerichteten Link dauerferien zu klicken. Oft reagiert sie darauf, allerdings nur verbal. Sie redet lieber mit mir, als dass sie dieses «modernde Zeugs» wie «gefällt mir» oder «schreibe einen Kommentar» anwenden würde.

Ich höre ihre Reaktionen auch gerne. Häufig kommt ihr in Verbindung mit dem Lesen etwas Zusätzliches in den Sinn – auch im Zusammenhang mit den unmöglich zu öffnenden Verschlüssen. Als sie mich nun im Garten sieht, begrüsst sie mich fröhlich. Dieses Problem sei doch nichts Neues, vor 30 Jahren habe einer darüber gesungen. Den Namen des Liedinterpreten hat sie vergessen, Refrain und Melodie sind allerdings noch gespeichert: «Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche zieh’n», beginnt sie zu singen. Und dann nochmals.

Sie lacht, strahlt und sagt: «Mensch, weisst du, mit deiner Geschichte hast bei mir alte Erinnerungen wach gerufen.»

Als ich später auf der Suchmaschine den Satz, in der Kombination mit «Lied» eingebe, kommt als erstes: Mike Krüger, Der Nippel, 1980.

Ich mag mich ans Lied nicht mehr erinnern, dafür an Mike Krüger mit Gitarre und langem Steckenhaar. Damals war ich 30-jährig, lebte in Biel und fand es elend hart, als Journalistin Artikel zu schreiben. Oft sass ich morgens am ovalen Tisch der Gemeinschaft und wäre, wenn irgend jemand aus der Runde eine spitze Bemerkung über meine Sätze fallen liess, am liebsten unsichtbar geworden.

Weil die Bekannte von Erinnerungen spricht, erinnere auch ich mich. Wie sagte Louise Bourgois: «Ich brauche Erinnerungen. Sie sind meine Dokumente.»

altern

Mit Catherine Deneuve wurde ich alt.

Ich war noch keine 20, als ich meine Leidenschaft für den Film entdeckte und fast zwei Mal wöchentlich ins Kino ging. Die französische Schauspielerin, die heute 72 Jahre alt ist, sah ich deshalb schon in vielen hervorragenden Hauptrollen. Und zwangsläufig sah ich sie auch altern.

Im Kinosaal ist’s bereits dunkel, als es während des Vorfilmes neben und hinter mir noch immer raschelt – diese Zellophansäcke, wie ich sie hasse, weil sie beim Naschen nach Nüssen so unglaublich laut knistern. Speziell während Kinovorführungen scheint sich ihr Inhalt zu vervielfachen.

Auch als der Hauptfilm beginnt und Catherine Deneuve in André Téchiné’s Kriminalfall «L’homme qu’on aimait trop» ihren ersten Auftritt hat, raschelt es noch immer hinter mir. Eine Frauestimme flüstert fast etwas verzweifelt: «Jetzt mach ich’s halt mit den Zähnen.»

Genau, das ist es: Wie viele Verschlüsse lassen sich kaum öffnen, weil sie zu klein, zu fest, zu irgend etwas sind und einfach nicht praktisch. Wie oft benötige auch ich meine Zähne, um an Abgepacktes zu kommen. Wie oft brauche ich ein Messer, um Drehverschlüsse an den Schweissstellen zu durchtrennen oder einen Nussknacker, um mit dessen verstärkter Drehkraft, einen Flaschenverschluss öffnen zu können. Oder wie oft eine Schere.

In solchen Fällen wünschte ich mir jedes Mal: Wer im Industrie-Design arbeitet, sollte sich verpflichten, die Tauglichkeit jeder Neuentwicklung erst an einer Testgruppe mit alten Frauen und Männern, die nicht mehr über viel Kraft oder bewegliche Finger verfügen, zu überprüfen.

Das Naschen im Zellophan findet dann doch ein Ende und einmal mehr ist mein Vergnügen an Catherine Deneuve’s Können gross – auch, weil sie trotz altern noch immer zentrale und hervorragende Charakteren spielen kann.

erinnern (3)

Mit: «Du musst immer hin und her», verabschiedete mich meine Lebenspartnerin am Montagmorgen, als ich nach vier Tagen Ostschweiz wieder nach Zürich fahre – von ihrem Lebenszentrum in meines. Dies ist unsere Realität. Denn sie ist durch ihre Berufsarbeit ortsgebunden. Ich nicht – auch als ich, als Ausbildnerin mit einem Jahrespensum von 50 Prozent und blockweisen Einsätzen in der Fernsehwelt aktiv war, war das Pendeln für mich mit sehr viel weniger Aufwand verbunden, als für sie.

Und nun, da ich theoretisch bei Doris bleiben könnte, steige ich am vergangenen Montagmorgen kurz nach sieben Uhr trotzdem in den Zug und fahre nach Zürich, um wenige Tage später wieder zurück zu kehren. That’s life.

Ich antworte Doris beim Umarmen: «Typisch Zwilling – immer hin und her!» Nein, selbstverständlich finde ich es nicht immer so locker, wie es klingt. Oft fällt mir das Gehen schwer. Oft auch nicht, weil wir beide wissen: Jede braucht ihren Raum, um unabhängig von der Andern ihren Rhythmus leben zu können. Zudem schenkt uns – und ich meine explizit uns – die temporäre, geographische Distanz auch Nähe, Tiefe, zusätzlichen Austausch und manchmal auch Entspannung in gewissen Bereichen, die konstante Nähe nicht mit sich bringen würde.

«Anyway», würde nun meine Zürcher Freundin sagen, über die ich in «diesig» schrieb, um Gesagtes, beziehungsweise Geschriebenes zu beenden. Auch ich lasse es dabei bewenden. Denn das Hin-und-Her hat, wie alles im Leben, nicht nur Nachteile sondern auch Vorteile.

Ich habe mir angewöhnt, meine Fahrten von da/dort nach dort/da – manchmal weiss ich gar nicht mehr, was «da» und «dort» ist, weil nach sieben Jahren beides auch ein «Da» ist – zu dokumentieren. Ich fotografiere aus dem Zug Stimmungen, Situationen und jahreszeitliche Veränderungen der Natur. Dazu ein Satz-Zitat aus Ulf Küsters Buch «Louise Bourgeois», der  Skulpteurin, die fast 100-jährig wurde: «Ich brauche meine Erinnerungen. Sie sind meine Dokumente».

Montagmorgen, 27.7.2015: «Hafenstadt Romanshorn»

IMG_2012

Freitagabend, 3.9.2010: Unterwegs mit meinem ersten Buch von da/dort nach dort/da

03092010028

Freitagnacht, 26.10.12: Unterwegs mit meinem zweiten Buch von da/dort nach dort/da

26102012417

Samstagmittag, 27.12.2014: weiss

IMG_1377