König

Nein, im ersten Moment frage ich dies noch nicht, auch im zweiten nicht. Aber nach einiger Zeit des Zusammenseins stelle ich allen einmal dieselbe Frage, nicht ohne sie zuerst auch für mich beantwortet zu haben.

Mit Hassan, unserem Chauffeur, fuhren wir durch die abwechslungsreiche Landschaft. Meine Schwester und ich sassen im Kleintransporter hinten und haben das, was ich von fast allen wissen will, für uns bereits beantwortet, als ich unseren inzwischen vertauten Begleiter fragte, was ist es, was Du an deinem Land, an Marokko liebst?

Die Landschaft, die Familie, auch dass wir heute frei sagen dürfen, was wir denken.

Die Teppichhändler, mit denen wir nach dem zweiten Handschlag noch heissen Tee tranken, sagten Ähnliches wie Hassan: Familie und Gemeinschaft. Aber auch, dass es dem Land wirtschaftlich besser gehe als früher.

Vis-à-vis der Schweizer Botschaft, wo wir heute mit unserem Guide, der uns durch die Hauptstadt Rabat führt, einen Kaffee trinken, frage ich auch, was es sei. Abdull sagt, die Sonne, die Landschaft – mehr, das ist zu spüren, will er dazu nicht sagen, denn sofort – und diesbezüglich ist er der erste – stellt er mir dieselbe Frage.

Die Landschaft, sage ich – und vor allem die Demokratie. Meine Schwester gibt fast synchron dieselbe Antwort.

Ja, meint er: So weit ist es bei uns nicht. Oder sagte er <noch nicht>? War da auch Hoffnung oder bloss konsterniertes Feststellen? Jedenfalls verneinte er nicht, dass es, im Gegensatz zu früher, unter dem heutigen König demokratische Ansätze gibt.

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