stolz

Mein Portemonnaie lässt sich seit Wochen nicht schliessen, da der Druckknopf nicht bis zu seiner dafür vorgesehenen Haftung passt. (Ob dieser Begriff wohl der korrekte ist? – Egal, sicherlich ist er genügend gut gewählt, so dass sich die Leserin darunter das von mir gemeinte vorstellen kann). Der Grund für meine fette Geldbörse ist ein einfacher: Die nicht verkonsumierten tschechischen Kronen tragen mehr auf, als sie wert sind.

Überhaupt fragte ich mich damals, als Doris und ich uns für unsere Reise nach Prag vorbereiteten, «how comes?»! Die tschechische Republik gehört doch seit über 10 Jahren zur EU – genauer: seit 2004 – und hält noch immer an ihrer eigenen Währung fest. Nun gut, ich als Schweizerin, die in ihrem Alltag für alles, was kostet, keine Euros, sondern Franken und Rappen ausgibt, sollte diesbezüglich lieber ruhig sein.

Deshalb wechsle ich, nachdem ich am Bahnhof die gut 2000 Kronen gegen 91 Schweizer Franken eintauschte, auch das Thema.

Gegenüber des Zürcher Hauptbahnhofs protzt seit 1898 das Landesmuseum, ein Burgen ähnlicher Bau des Schweizer Architekten Gustav Gull. Da all das sammelwerte, schweizerische kulturhistorische Gut mehrerer Jahrhunderte drohte, die Burg aus ihrer Festung platzen zu lassen, steht nun, 118 Jahre später, hinter der sanierten Trutzburg ein  Erweiterungsbau. Zwei junge Schweizer Architekten gewannen vor über 10 Jahren den Wettbewerb mit ihrer Vorstellung einer noch grösseren Museumsburg.

Ich umkreise Neues, das sich mit Altem verbindet. Verbündet. Ich, die Touristin in der eigenen Stadt. Nicht fremd, wie ich es in Prag war. Und anschliessend in Dresden und davor in Kopenhagen. Aber auch neugierig; auch mit dem Blick der Fotografin, die festhalten will, was fest hält und nicht festzuhalten ist.

Weshalb mache ich es trotzdem?

Weil ich richtig stolz bin, dass ich in dieser Stadt wohne, deren Bevölkerung sich damals, trotz massivem Widerstand einer Gruppierung, an der Urne zum 111 Millionen-Vorhaben bekannte.

Und nun stehe ich also vor dieser Umsetzung, vor diesem Gemäuer mit fröhlich, glücklichem Herzen. Ich finde das Ensemble toll und bin, so absurd es sich anhören mag, über diese innovative Architektur in «meiner» Stadt so was von stolz.thumb_IMG_3530_1024

 

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Weil mein Festhalt-Versuch wirklich ein etwas kläglicher ist, hier noch der Link zu weiteren Bildern.

2 Gedanken zu “stolz

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