Vielfalt

Über meine beiden, um eine Generation älteren Freunde habe ich oft und viel geschrieben – auch schon ein ganzes Buch. Diese um einige Jahre zurückliegende Zusammenarbeit hat uns Nähe, Vertrauen, Verbundenheit geschenkt.

Seitdem sehen und hören wir uns regelmässig, zwar nicht häufig, aber so, dass die Verbundenheit hält. Sie wissen, wo ich im Leben stehe und ich, wie sie unterwegs sind.

An der Gay Pride sah ich nur den einen, weil der andere krank im Bett lag und auch der Dritte in ihrem Bund kränkelte. Er fühle sich ebenfalls nicht so fit, wie sonst, sagt er mir im Getümmel der Regenbogenfamilie. Deshalb höre er sich bloss die Reden an, danach verschwinde er gleich wieder. Mehr liege diese Mal nicht drin.

Die Grippe hat ihn, den Robusteren der beiden Gleichaltrigen, dann doch auch noch erwischt. Als ich telefoniere, lacht er schelmisch – nun sei alles überstanden. Ganz seinem Charakter entsprechend, sieht er in Kranksein und Genesen vor allem das Gute. Er sagt, in seinem Alter würden die Kräfte vorzu schwinden. Und nun, endlich, spüre er seit langem wieder einmal, das Erstarken. «Das ist ein super Gefühl!»

Ich lerne vom inzwischen 86-jährigen Männerpaar vorzu. Auch weil sie, ganz im Gegensatz zu meinen Eltern damals, sich nicht mit einer Mauer vor Blicken schützen, die  in ihren Garten des Lebens schauen und mich teilhaben lassen an der Vielfalt, auch des Blühenden und Verblühenden.

 

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2 Gedanken zu “Vielfalt

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