schliesslich

«Konzept»

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(siehe 21.6.)

Wer gestern dauerferien lesen wollte, sah weiss. Möglicherweise fragtest du dich, was soll das? Möglicherweise sahst du im gerahmten Weiss, was du wolltest – auch Inspirierendes oder nichts. Möglicherweise wundertest du dich einfach über mich, die Blogschreiberin.

Zu «Konzept» animierte mich die «Manifesta», eine drei Monate dauernde Kunst Biennale, die unter diesem Markennamen alle zwei Jahre in einer andern Stadt gastiert. Nach St. Petersburg, Rotterdam, Nikosia … wurde für die elfte Ausgabe Zürich auserwählt und über alles ein echt zürcherisches, bzw. schweizerisches Thema gesetzt, das – oh, wie überraschend – «What People do for Money» lautet.

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Möglicherweise auch einen Kopfstand.

Nun gut, die Idee, die hinter Manifesta steht, gefällt mir. Die auf dem Zürichsee schwimmende Plattform ist toll, auch anderes. Wie zum Beispiel die Auseinandersetzung zwischen Kunstschaffenden und Berufsleuten, die sich zusammenfinden, um Erfahrungen aus Arbeitswelt und Kunst in Künstlerisches umsetzen.

Aus der Begegnung zwischen Jorinde Voigt  und meinem Ruderkollegen Melchior Bürgin, Bootsbauer und mehrfacher Europa- und Weltmeister im Rudern, ist bei der Auseinandersetzung «Stress und Freiheit» entstanden – zum einen zu sehen in der Werkstatt, zum andern im Museum (siehe Bild).

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Im selben zeitgenössischen Zürcher Museum ist auch Kunst zu sehen, die vor Jahren geschaffen wurde. Diese hängt wie Wäsche zwischen Eisenstangen.

Auch hier lasse ich das Aufgehängte auf mich wirken uind versuche zu lesen, was Texte und Beschriftungen zusätzliches aussagen. Doch bei «Manifesta 11» muss ich dafür – Ausnahmen bestätigen die Regel – entweder auf die Zehnspitzen oder in die Knie.

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Ärger.

Ich konfrontiere die junge Frau, die alles überblickt. Ich frage sie, ob diese unmögliche Beschrifterei Konzept sei: «Will Manifesta manifestieren, dass diejenigen die nach Herkömmlichem suchen, für Geld selbst in die Knie gehen?» (A-propos: die Saisonkarte kostet 150 Schweizer Franken und die Tageskarte 25 Franken).

Daraufhin lächelt sie. Ihre Augen leuchten begeistert, als hätte ich den Nagel auf den Kopf getroffen. Ihre tiefgründig formulierte Antwort bleibt indessen nichtssagend. Aber ihr Tonfall hört sich an, als sei ich eine richtige Sachverständige und Kunst-Intelektuelle.

Was soll’s, wir haben jedenfalls miteinander geredet, auch das ist Konzept und schliesslich lassen wir einander beide im Glauben zurück, dass wir das Gesagte glauben. Oder will mich Manifesta, darin bestärken, dass schliesslich alles Konzept sein kann.

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Wer weiss.

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