sprachlos

Bis über Mitternacht sass ich vor dem Fernsehen, seit langem wieder einmal. Ich konnte nicht anders.

Obwohl ich in meinem Leben schon so oft mit Kopfschütteln und «das kann ich nicht glauben» reagierte, bin ich erschüttert, konsterniert über die Enthüllungen der «Panama Papers». Über das, was recherchierende Journalistinnen und Journalisten auf Grund der Datenmasse, die ein Whistleblower lieferte, ans Licht brachten.

Tausende von Briefkastenfirmen, vermittelt von einer Anwaltskanzlei, anhand derer Politiker, Sportler, mafiöse, gar kriminelle Geschäftsmänner und Geschäftsfrauen ihre Millionen, Milliarden in der Steueroase Panama horten. Eingefädelt unter anderem von Finanzinstituten, auch schweizerischen.

Millionen, Milliarden am eigenen, nationalen Fiskus vorbeigeschoben. Geld, das irgendwo, in irgend einem Land korrupt gestohlen wurde – der Welt, der Gesellschaft entzogen, um sich selber zu bereichern. Milliarden für die nicht entsprechende Steuern bezahlt werden. Steuergelder, die letztlich der Gemeinschaft zu gute kämen; in Bildung, Soziales, Gesundheit fliessen würden und wiederum beitragen könnten, Elend, Flucht zu mindern und die Gesellschaft in den beklauten Ländern zu stärken.

Einfach nur sprachlos, ob dieser Skrupellosigkeit.

 

 

 

9 Gedanken zu “sprachlos

    1. und was ich gerade gelesen habe: in island hat es erst den rücktritt vom rücktritt gegeben, d.h. die amtsgeschäfte bloss vorübergehend abgegeben – ich glaube: ethik + moral befinden sich nicht in einem briefkasten sondern in einem schliessfach für das schlüssel und code verloren gingen. lieber gruss barbara

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      1. Silke G. schreibt:

        Ja, hab ich auch vorhin gelesen – die Unverfrorenheit kennt keine Grenzen! Ich hoffe nur, dass er damit letztlich nicht durchkommt.

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      2. … wird er nicht, da der bananenvorrat in den isländischen einkaufszentren nicht so schnell ausverkauft ist. jedenfalls, so denk ich mir, werden noch einige davon richtung rathaus fliegen.

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  1. Ich kann über mich sagen, dass ich mit Wut im Bauch manchmal zwar laut werde, aber so gut wie noch nie Gewalt ausgeübt habe.
    Doch hier könnte ich mich vergessen – wir als Menschen werden betrogen, belogen, hintergangen und besch….

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  2. … und es wird ein paar Bauernopfer geben, sonst aber wird wahrscheinlich gar nichts ändern.
    Die seltsamen ‚Spiele‘ finden nicht nur in Panama statt. So gibt es auch bei uns viele Lokalitäten, die nur Staffage sind, um – wie auf der Strasse einigermassen unverblümt gesagt wird – Geld zu waschen. Mir hat letzthin ein Vermieter gesagt, dass er annehme, dass in seiner Lokalität Geld gewaschen werde, doch die Miete werde immer pünktlich bezahlt …

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