initialisieren

Für einmal nehme ich die entgegengesetzte Richtung. Nicht im «Café du Bonheur» will ich die Tageszeitung zum Kaffeetrinken lesen, sondern im «Z am Park», das mein Liebling war, solange es das Bonheur noch nicht gab.

Einfach wieder einmal etwas anderes. Einfach wieder einmal entgegengesetzt – und wenn’s nur die Gehrichtung ist.

Nach dem Lesen von Schauerlichkeiten, Erfolgsgeschichten im Sportteil sowie Hintergründigem zu Kunst und Kultur trete ich auf die Strasse, leicht irritiert. Was waren das für Karten auf der Ablage, was stand da über «Arbeiten».

Rewind.

Neben Wasserkrug und Gläsern liegt wirklich ein Stapel weisser Karten mit jeweils einer ans Gegenüber gerichteten Frage. Ich lese die erste, packe sie mit noch zwei anderen ein. Zu Hause suche ich nach Informationen und lese, dass  das «Kollektiv Warum» zwei junge Frauen sind, die Fragen rund um zivilgesellschaftliche Themen wie Geld und Arbeit stellen mit der Intention, «individuelle Sichtweisen auf einen gesellschaftlichen Kontext aufzuzeigen», wie zum Beispiel:

Beschreibe Deinen Alltag, wenn Du nicht mehr Arbeiten müsstest...

Das … wenn Du nicht mehr Arbeiten müsstest… betrifft mich, als Pensionierte, ja seit mehreren Monaten nicht mehr. Das war einmal. Aber genau dieser Satz initialisiert mein Zurückgehen. Würde ich dieses Verhalten interpretieren, würde ich sagen, was ich nun schreibe: Im einen Leben nicht mehr und im andern noch nicht ganz verhaftet.

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4 Gedanken zu “initialisieren

  1. Sie treten als „unabhängige Instanz“ auf – und haben Ideen …das gehört beobachtet! Das gefällt mir! Gute Entdeckung! Aus unserer Position könnte man vielleicht fragen: Was hättest du anders gemacht, könntest du noch einmal zwanzig Jahre oder mehr zurückschalten…?

    Liken

  2. Silke G. schreibt:

    Wenn die „dauerferien“ auf dem Bildschirm auftauchen, entsteht ein Moment der Besinnung und der (Selbst-)Erkundung. Als Auch-Neurentnerin beschäftigt mich derzeit besonders die Frage der Zugehörigkeit. Als ich die „was wäre wenn“-Frage heute früh gelesen habe, kam spontan der Gedanke auf: „Ich werd schon gar nicht mehr angesprochen!“ – das hat mich erschreckt, denn die Frage der jungen Frauen ist völlig berechtigt, ja sogar angebracht. Meine Reaktion sagt also mehr über meine Befindlichkeit aus als über das Vorhaben der Fragestellerinnen.
    Seit der Indienreise zu Jahresbeginn begleitet mich ein Zitat: „Wir werden, was wir denken“.
    Was ich mir vornehme: vom Kreisen um das Zugehören zum besseren Zuhören gelangen – auch meiner inneren Stimme.
    Danke für alles, was du bewegst, liebe Barbara!

    Gefällt 1 Person

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