Phänomen

Zur Erinnerung: Vor einer Woche, nach vier Wochen Island, als mein Koffer einen Tag nach meiner Verspätung ebenfalls noch den Weg zu mir zurück fand, schrieb mir Quersatzein auf meine entsprechende Bloggeschichte «da»: «Alles wieder da und bald an Ort und Stelle. Nur die Seele hinkt meistens noch ein wenig hinten nach… 🙂 Nimm’s gemach!»

Vor sieben Tagen glaubte ich noch, dass die Seele dieses Mal, im Gegensatz zum vergangenen Sommer, eine recht gute Begleiterin ist. Denn damals, nach sieben Wochen Island, stand ich, im übertragenen Sinn, auf einem gröberen Rifft, sozusagen auf den tektonischen Platten – zwischen Arbeitswelt und Pensionierung. Jedenfalls so zerrissen, dass meine Seele lieber im Norden geblieben wäre. Dort, wo sie von der Problematik «Alter-Neuorientierung» nicht dominiert wurde. In diesem Sinne antwortete ich auch Brigitte, der Quersatzein-Frau, auf ihren Kommentar.

Wie gesagt, das war anfangs letzter Woche unmittelbar nach meiner Rückkehr, die mich tatsächlich weniger belastete, weil die Zeit wirkt und ich inzwischen im neuen Leben doch recht gut angekommen bin, finde ich.

Aber eine Woche lang offenbarten mir die Nächte anderes: Einmal durchwanderte ich in der Welt der Träume schneebedeckte Weiten, sah am Himmel die Nordlichter, sass in einer Kaffee-Ecke und im letzten Traum, an den ich mich erinnere, wunderte ich mich, dass die Hotelräumlichkeiten und Doris‘ Wohnung dieselbe Architektur aufweisen.

Einfach ein Phänomen, diese Seele.

 

 

6 Gedanken zu “Phänomen

  1. Silke G. schreibt:

    Wie du weißt, habe ich für den sanften Übergang vom Arbeits- zum Rentnerinnenleben die entgegengesetzte Himmelsrichtung gewählt – und träume jetzt von indischen Stränden (und den wunderbaren Gesprächen mit deiner lieben Schwester).
    Heute morgen eine whatsapp-Nachricht von meiner Tochter aus Stuttgart: „Bomben in Brüssel – pass auf dich auf!“
    Würde ich noch arbeiten, wäre ich mit hoher Wahrscheinlichkeit in der betroffenen Metro gewesen.
    Meinen whatsapp-Status habe ich von „la vie est belle“ in „plutôt la vie!“ geändert.

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  2. Ist es wirklich ein Phänomen oder einfach nur die ganz normale Verarbeitung unserer Eindrücke ?

    Mir geht es nach einem Urlaub, der mich beeindruckt oftmals so, dass die Erinnerungen mich noch eine ganze Weile verfolgen und dies besonders, NACHTS 😉

    Ich war jetzt per WhatsApp auch ein paar Tage mit meinem Kind in Finnland/Lappland und es war traumhaft schön…

    Liebe Grüsse,
    Uschi

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