toll

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Unter dem Schutz seines Plüschlihundes, auf dessen Halsband nichts anderes als «Island» stehen kann und auch steht, fährt uns Kristján vom alten Hafen in Reykjavík in den Westzipfel zu einem andern Hafen. Wir sind nur wenige, die bereits morgens um neun Uhr Wale beobachten mögen.

In der ersten Reihe des Buses sitzt ein Mann aus dem Vereinigten Königreich, wie er betont. Unserem Fahrer wirft er immer wieder einen Knochen in Form einer Frage zu, den dieser dankend auffängt und beantwortet. Dieser weiss alles und spricht fürs Leben gerne englisch. Und weil ich mein Ohr in dessen Redefluss halte, weiss ich über sein Land am Ende mehr als davor. Zum Beispiel, wo es Islands beste Hamburger zu essen gibt. Dass es beinahe zu einem Volksaufstand führte, als ein Gesetz die Weidepflicht für Kühe aufheben wollte. Dass Island kein Militär hat, nur Polizei und Küstenwache …

… Ich döse ob der Monotonie der Stimme weg, tauche irgendwann wieder auf. Da erzählt er gerade, weshalb er sowohl in isländisch, als auch in englisch reden und träumen kann. Er sei halt viel gereist.

Dass das isländische Volk gerne reist, hat mir auch schon die Coiffeuse erzählt, von der ich mir unlängst einen recht flotten Haarschnitt machen liess. Sie würde wie alle ihre Ferien in Florida, Spanien und auf den Kanaren verbringen – halt überall dort, wo es warm sei.

Kristján, der Busfahrer, sagt praktisch dasselbe. Um seine Aussage noch glaubhafter zu machen, erklärt er dem Mann aus dem Vereinigten Königreich, das isländische Wort für «childish» heisse im übertragenen Sinn «sitting at home», zu Hause hocken bleiben.

Toll, denke ich.

Nicht kindisch, aber wie ein Kind freut sich später dann die Reiseleiterin, eine Spanierin aus Madrid, als wir auf dem Schiff fürs eigentliche Wale beobachten in den Wellen schauckeln. So viele wie heute, sagt sie, habe sie in den vergangenen zwei Monaten noch nie gesehen – in spektakulärer Nähe.

Toll, rufe ich.

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12 Gedanken zu “toll

  1. Mundgeruch der Wale, was für ein Erlebnis, auch das Prusten zu hören. Ich kleiner Schisser hätte Angst, dass sie das Boot hochheben und runterplatschen lassen. Wie schön, dass es toll war für Dich!
    Gruß von Sonja

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    1. da habe ich gerade heute eine gezeichnete ansichtskarte verschickt, die zeigt ein ausflugsboot auf dem rücken eines wales! offenbar hatte die illustratorin ähnliche phantasien wie du. lieber gruss. barbara

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  2. Was für ein Erlebnis !!!
    Deine Bilder sind so super, ich bin dabei.

    Kann es auch sehr gut nachempfinden, allerdings bei wärmeren Temperaturen, war es mir mal in der *Karibischen Badewanne, vergönnt….Whale-Watching vom Feinsten.

    Mir gefällt auch ganz besonders dein Bericht von der Busfahrt, Lehrstunde und Unterhaltung zugleich 😉

    Schön, wieder dabei gewesen zu sein
    und einen lieben Gruß hier lasse,
    Uschi

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