verstauen

Während Doris und ich zum Bahnhof fahren, damit ich von dort nach dort gelange, sage ich – im Gemüt etwas zwischen freudig und wehmütig: «Beinahe hätte ich bei den Vorbereitungen vergessen, den Reiseführer bereit zu legen, weil sich die Vorstellung nach Island zu reisen, fast schon so anfühlt, als ob ich heimkommen würde.»

Daraufhin meint Doris, bevor sie mich noch einmal fest hält, dass es für sie erträglicher sei, zu wissen, was mich erwarte. Die gemütlichen Kaffees, das Kino, auch die Strassen von Reykjavik, die ich ihr im vergangenen Juni zeigte, als sie fünf Wochen später als ich für gemeinsame Ferien ebenfalls nach Island kam.

Aber noch bin ich nicht weg. Noch bin ich nicht auf dem Weg in den Norden, aber schon sehr bald.

Vorest aber führt mich meine Reise von dort nach dort. Als ich nach Zug- und Tramfahrt die Tür zu meiner Zürcher Wohnung öffne, erwartet mich auf dem Esstisch all das, was ich vor Tagen zusammenstellte und nun nur noch darauf wartet, im Koffer verpackt zu werden. Es sind vor allem warme Wollleibchen fürs Zwiebelsytem, die auf der Tischfläche liegen, aber auch Wasser- und Windresistentes und eben, oben auf der Beige gut sichtbar, der Reiseführer.

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Ein Graus, all dieses Bagage.

Ich denke an meine Schwester, die im Packen schon beinahe ein Hindernis fürs Reisen sieht.

Bin ich nun schon wie sie, die um fünf Jahre ältere?

Nein.

Diesen Gedanken weise ich, bevor er sich festsetzt, energisch von mir – in etwa so vehement, wie wenn eine Hündin nach dem Bad im Wasser das Nass aus ihrem Pelz schüttelt.

Jedenfalls packe ich das Packen. Und schon kurz danach telefoniere ich Doris, glücklich, dass ich im Koffer mehr Platz hatte, als ich mir vorstellen konnte. Schwester sei dank, die mich oft fürs organisierte Verstauen angeheuert hat, letztmals in Berlin.

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Übrigens: Dienstag, also morgen, ist Reisetag!

15 Gedanken zu “verstauen

  1. Sieht toll aus, vor allem auch die Wärmflasche! Gute Vorbereitung ist meistens die halbe Beruhigung.
    Ich wünsche dir jedenfalls eine gute Reise und einen rundum schönen Aufenthalt in diesem Land, das ich nur aus Reiseprospekten kenne.

    Herzliche Grüsse,
    Brigitte

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  2. Heute ist also dein Reisetag. Ich freue mich über alle Menschen, die finanziell und mental in der Lage sind, solche schönen Reisen zu machen. – Schönes Schneeschuhfahren ohne das kleinste Unglückchen!
    Beste Grüße von Clara

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