verlieren

«Es kommt nicht darauf an, den Menschen der Dritten Welt mehr zu geben, sondern ihnen weniger zu stehlen», sagt Jean Ziegler, Globalisierungkritiker und Soziologe.

Der Film «La buena vida» zeigt eindrücklich, was darunter zu verstehen ist. In diesem Fall geht es unter anderem um den in der Schweiz ansässigen Rohstoffkonzern Glencore, der im Norden Kolumbiens Steinkohle abbaut. Dass grösstflächigstes Schürfen überhaupt möglich wird, werden Indigene Stämme entrechtet und umgesiedelt. Der Staat bietet Hand dazu.

Damit schwarzes Gold als Energie der Zukuft nach Europa verfrachtet werden kann, muss auch die Gemeinschaft der Wayúu den Regenwald verlassen. Fortan leben die um Heimat, Abmachungen und Verheissungen Betrogenen ein sinnentleertes Leben in Wasserknappheit, Staub und Armut.

Gewinn und Wachstum können dagegen die Konzernchefs verkünden – gutes Leben, eben. Dabei verschweigen sie, dass Menschen deswegen ihr «buena vida», ihr Leben – ihre Identität auch – verloren haben.

7 Gedanken zu “verlieren

  1. Wie mich das beutelt, dass die Gier eine neverending story ist, auf Kosten von Millionen Menschenleben, wenn man die Jahrhunderte zählt … ich pendel in dem Punkt zwischen Mitgefühl für die Entrechteten und Entwurzelten, bei gleichzeitiger (Fremd-)scham über die Taten der weissen Völker … morgen dazu mehr bei mir-
    danke für diesen Tipp
    herzliche Grüsse
    Ulli

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  2. Genau der erste Satz – das ist es. Wir (ob Deutschland oder eine andere Industrienation) haben über Jahrzehnte hinweg die Drittstaaten ausgebeutet und ausgeplündert oder mit Waffen beliefert – und jetzt beklagen sich die Leute, wenn sie die Rechnung in Form von 100 000en Flüchtlingen serviert bekommen.
    Liebe Grüße an dich

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