wieder

Und wieder werde ich von dort nach dort fahren. (Vielleicht werde ich, wenn dieser Satz gelesen wird, bereits dort sein – vielleicht im Büro, vielleicht beim Turnen oder Nachtessen mit meinen Freund, der sonst in Schweden lebt).

Bevor ich aber von dort nach dort reise, packe ich einmal mehr meine Tasche mit allem möglichen: mit Computer, Brillen, Agenda, Schlüsseln … Und auch mit Büchern («Der Krieg hat kein weibliches Gesicht» von Swetlana Alexijewischt und «GEHEN, GING, GEGANGEN» von Jenny Erpenbeck), damit ich dort lesen kann, womit ich dort begonnen habe.

Und einmal mehr schaue ich davor Doris in die Augen – am Spiegel, während des Frühstücks, beim Abschied. Und einmal mehr werde ich kurz darauf ein letztes Mal zurückblicken.

Alles Wiederholungen, die sich als «einmal mehr» notieren lassen.

Doch jede Wiederholung ist letztlich etwas Wiederkehrendes, das auch im Wiederkehrenden nichts anderes ist, als ein einzigartiger Moment.

7 Gedanken zu “wieder

  1. Barbara Bürer schreibt:

    Wiederkehrendes: noch einmal drehen im Bett, dann doch aufstehen, die Läden öffnen, der Morgen, der erste Kaffee, da sitzen, in den Spiegel schauen, zerknittert, im Pischi an den Compi, Mails lesen und weiteres lesen, vielleicht noch die NZZ, duschen, eincremen, anziehen, aufs Velo, ins Büro, denken, schreiben, Deinen Blog lesen – Wiederkehrendes und doch ist immer alles anders; die Tage fliessen dahin…

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    1. nach einem abstecher ins schlemmerparadies sitze ich nun bereits seit einiger zeit im büro (vor dem computer)! wieder einmal im schlemmerparadies. wieder einmal im büro. wieder einmal am computer, müsste es eigentlich ganz präzis heissen und doch ist es ganz anders als sonst.

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    1. doris hat es eben erst zu ende gelesen und findet das thema migration / flüchtlinge in romanform u.a. spannend, interessant, überraschend, aktuell, gut geschrieben und sie hat die geschichte in etappen (wegen des geballten inhalts) letztlich doch in kurzer zeit gelesen. und nun beginne ich damit.

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    2. liebe wildgans – wie ist das erpenbeck buch? nun kann ich dir ebenfalls eine antwort geben. erpenbeck schafft einblicke ins leben / sein von flüchtlingen, die ich stark finde. die rolle ihres hauptprotagonisten richard manchmal etwas platt. so dass ich das buch auch mal zur seite legen wollte. ich machte es dann aber doch nicht und bin froh darüber. der roman zur aktuellen situation schafft: gedanken anschieben, nachdenken/überdenken und «die masse» aufzulösen in einzelne menschen mit einer eigenen geschichte.

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  2. gkazakou schreibt:

    gehen ging gegangen – wenns von einem bekannten Ort zu einem anderen ebenfalls bekannten Ort geht, wenn es mit dem Gepäck und dem Kleingeld stimmt, ist die Aufregung eher gering. Wie aber, wenn man ins Unbekannte aufbricht? Und sei es auch nur das klitzekleine Unbekannte der eigenen Stadt, ein Stadtteil, wo andere Menschen sich einquartiert haben?

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    1. ja, dieses «wieder» – jenes aufbrechen ins unbekannte kommt in meinem leben um einiges weniger häufig vor (selbst in der eigenen stadt). jenes aufbrechen kommt aber immer wieder vor – fordert, bereichert ebenfalls / anders. allerdings sind gepäck und kleingeld in meinem fall immer von einer privilegierten. dessen bin ich mir sehr wohl bewusst – in jeder situation, in jedem moment.

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