Wochenende

Vor allem an Wochenenden kommt immer wieder mal die Frage: Bist du im Dort oder im Da. Und je nachdem, wo sich die Fragerin geografisch befindet, bedeutet «dort» Romanshorn (bei Doris) oder «dort» Zürich (bei mir).

Heute Morgen wurde sie von dem Menschen gestellt, der erst seit jüngstem zu meinem näheren Bekanntenkreis zählt – also mehr oder weniger von der jüngsten Freundin, auch wenn sie an Jahren, plus minus, so alt ist wie andere. Sie schreibt mir, nachdem ich ihr einen schönen Tag unter der Nebeldecke wünschte: «Ich sehe den Bodensee wie ein Meer … » Und scherzhaft fügt sie an: Da ich möglicherweise gerade Dauerferien mache, wünsche sie mir  zwei schöne, kommende Tage und fragt: «In den Dauerferien gibt es wohl das Wochenende nicht mehr oder?»

Ja – eine durchaus berechtigte Frage: Gibt es bei dauerferien noch so etwas wie «das Wochenende»?

Ja, das gibt es auch für mich, als Pensionierte. Nicht, dass ich ein Wochendende zwingend benötige. Denn ohne in «Montag bis Freitag-Arbeit» eingespannt zu sein, braucht es ja auch nicht zwingend einen Samstag-Sonntag zur Erholung. Diese beiden Tage könnte ich inzwischen hinlegen, wo immer ich will. Rein theoretisch.

Doch bei meinem Umfeld tickt die Uhr noch immer anders. Und deshalb schreibe ihr auf ihre Frage bloss: «Gestern war gefühlsmässig Samstag und heute ist wiederum Samstag – wo führt das wohl hin?»

Eine Antwort erhielt ich darauf nicht. Noch nicht.

p.s. Inzwischen ist die Antwort – Nina’s Kommentar – eingetroffen und nachzulesen.

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4 Gedanken zu “Wochenende

  1. Nina Stieger schreibt:

    Habe nachgeschaut und bemerkt, dass die Einteilung der Woche in 7 Tage bei uns erst im 4. Jahrhundert eingeführt wurde. Diese Einteilung dürfte sich auf das Alte Testament abstützen, wonach am 7. Tag geruht werden soll. Damals galt, dass die anderen 6 Tage zu arbeiten ist. Mit dem Älterwerden der Bevölkerung war es nicht mehr möglich, das ganze Erwerbsleben den 6-Tage-Rhythmus durchzuhalten. Es entstanden die 5-Tagewoche und Teilzeitarbeitspensen. Die Woche mit sieben Tagen gibt es noch für die Kirche und den Ausgang. Entsprechend hat sich das Angebot des öffentlichen Verkehrs in der Freitag- und Samstagnacht ausgeweitet, weil am Sonntag die meisten Leute ausschlafen können.
    Die wachsende Bevölkerungsgruppe die nicht (mehr) im Erwerbsleben steht, hat einigermassen sichtbar die Woche unterteilt. So finden heute auffallend viele Freizeitanlässe und -angebote für Erwachsene in der Wochenmitte tagsüber statt. Somit entsteht für viele eine Zweitagewoche für das Bewältigen des Haushaltes etc. Entsprechend ergeben sich alle zwei Tage ein oder zwei ‚freie‘ Tage. Daher ist häufig zu hören, dass der Terminkalender nach dem Erwerbsleben voller ist als zuvor.

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  2. Liebe Barbara, ähnliche Gedanken gehen auch mir durch den Kopf, wenn mir jemand ein schönes Wochenende wünscht. Wie oft habe ich „Probleme“, zu wissen, welcher Wochentag gerade ist. Ohne Kalender im Phone sähe es da manchmal schwarz aus.
    Liebe Samstagsgrüße zu dir

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