«brütal»

Die unzähligen Augenblicke, bereits im Laufe des frühesten Morgens, lassen mich erfahren, wie schnellstlebig Zeit ist – wie «brutal» rasch sie voranschreitet, wie eine meiner Freundinnen jeweils beim Erzählen hinzusetzt, wenn sie Bedeutendes besonders hervorheben will. Dann wird aus ihrem «brutal» sogar ein «brütal».

Also, worauf ich eigentlich hinaus will: Meine morgendlichen Momente, die ja auch Zeit beinhalten, vergehen wirklich brutal schnell. Dies war gestern und vorgestern nicht anders als heute. Gefühlsmässig kaum aus dem Bett, stehe ich noch in Unterhose und Hemd barfuss in der Wohnung und bereits hat der Tag meines aktiven Seins zweieinhalb Stunden (150 Minuten) verschlungen. «Das Alter» – denke ich als erstes. Jedenfalls haben mir schon einige Pensionierte erzählt, dass inzwischen alles viel länger dauert, um so richtig auf Touren zu kommen. Habe ich diesen Zustand ebenfalls erreicht? Vielleicht.

Ich überlege mir in diesem Zusammenhang, welchen Augenblicken ich Zeit schenkte und stelle mir zugleich die Frage: Was machte Sinn (+)? Was hätte ich ebenso gut sein lassen können (-)?

Aufstehen (+). Mit Doris telefonieren und Stimme tanken (mehr als notwendig – einfach schön, wichtig). Auf facebook Sonnenaufgangsbild von Doris‘ Schwägerin kommentieren, inklusive Wünsche für den Tag hinzufügen (+). Nochmals facebook: langjährigster Freundin Gedanken zur ausgestrahlten «nachtwach»-Sendung schreiben (+). Weiteres Verweilen –  diverse Einträge abscrollen (nicht notwendig, überflüssig: -). Zuschrift auf Blogbeitrag «Augenblicke» beantworten (+). Frisches Wasser für Doris‘ rote Rose (+). Arboner Freundin alles Gute zum neuen Lebensabschnitt mailen, da Ehemann frisch pensioniert (Anteilnahme: +). Teetrinken, frühstücken, duschen, eincremen, turnen (macht alles irgendwie Sinn: +). Baum mit goldenen Blättern betrachten; Vögel beobachten, die darin Samen naschen (überflüssig, aber beseelend: +/-).

Viele Augenblicke – eigentlich verständlich, dass die Zeit «brütal» schnell voranschreitet. Dabei ist die Tageszeitung noch unberührt (+). Hingegen habe ich inzwischen in «Alt werden ist das Schönste und Dümmste, was einem passieren kann» (Reimer Gronemeyer) das letzte Kapitel gelesen und einen spannenden Gedanken aufgenommen (+). Doch darüber definitv ein andermal (+).

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2 Gedanken zu “«brütal»

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