«mind»

In der Strassenbahn setze ich mich häufig so, dass ich die Fahrtrichtung im Rücken habe. Weshalb? Die meisten wollen doch sehen, was auf sie zukommt und nicht, woran sie gerade vorbei gefahren sind. Ich bin eben anders.

Wenn ich durch das mir bekannte Zürich fahre, schaue ich gerne in die Gesichter der Mitfahrenden.

Ich studiere ihre Blicke. Einige schauen in sich hinein, andere auf den Bildschirm ihres Handys oder in die kleinformatige Gratiszeitung, nochmals andere sehen, ohne in sich hineinzuschauen, einfach vor sich hin.

Ich überlege mir, welche Geschichten die Falten in ihren Gesichtern beeinflusst haben mögen – solche, die von Liebe geprägt wurden, von Dramen, von Flucht und Vertreibung.

Auffällig finde ich, bei wievielen Menschen die Mundwinkel nach unten fallen. Das kenne ich auch von mir – je konzentrierter, desto hängender. Sinniere ich darüber, kommt mir seit meiner Rudertour durch Berlin immer wieder der knorrige Kanadier in den Sinn. Als er mich fotografierte, rief er: «Barbara, laugh – lache. Ich werde dir den Unterschied zeigen!» Tatsächlich; er war gross. Er meinte noch: «It will open your mind!»

Fortan machte und mache ich regelmässige Selbstversuche und es verhält sich damit, wie er es sagte. Denn «mind» bedeutet übersetzt nicht nur «Kopf», sondern auch «Geist», «Verstand», «Meinung», «Sinn», «Gemüt» – und noch erstaunlich viel mehr (siehe Link zur Übersetzung).

Danke Peter für deinen Hinweis auf die «mind»-Erweiterung, die tief ins Leben greift.

Werbeanzeigen

5 Gedanken zu “«mind»

  1. Anneco schreibt:

    Aehnliches passiert beim Gehen: mit dem Kopf nach unten – du kannst nicht sagen „ich bin so fröhlich“ und mit dem Kopf nach oben – du kannst nicht sagen „ich bin so traurig“. Also immer: Kopf hoch!

    Liken

  2. Die Sache mit den hängenden Mundwinkeln kenne ich. Hat aber auch ein wenig mit Schwerkraft zu tun, muss man rechtfertigungshalber einräumen.
    Trotzdem bemerkenswert, was im Kopf (mind) geschieht, wenn man mal mutwillig die Mundwinkel nach oben zieht. Diese Wechselwirkung von Physiognomie und Stimmung- erstaunlich.

    Liken

    1. da kann ich nur sagen: stimmt – doris und ich haben es soeben auch gemacht! und der kopf (mind) befreit sich von vielem … schönes wochenende! oder wie auch immer was du für samstag und sonntag als bezeichnung verwendest.

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s