fliegen (1)

«Wie geht es dir?», fragt mich eine langjährige Freundin, nachdem wir heute Morgen nach längerem Unterbruch miteinander telefonieren und uns auf den neusten Stand unserer Lebenssituationen bringen.

«Rauf und runter», ist meine Antwort. Ihre, auf meine Gegenfrage: «Runter und rauf.»

Wir überlegen uns und finden dabei nicht heraus, ob die inhaltlich identische Antwort, je nach Formulierung auf einen unterschiedlichen Seinszustand hinweisen könnte – «rauf und runter» oder «runter und rauf».

Ich erzähle einmal mehr von meiner Lebensphase im Umbruch; vom Einfinden in den Abschnitt eben, der mir unzählige Möglichkeiten bietet, auch viele neue, wenn ich sie nutze. Sie meint: «Einfach noch etwas luftig.» Diese Assoziation gefällt mir. Ich sage: «Ja. Ich weiss nur nicht, ob ich fliegen gelernt habe.»

Als ich nach unserem Gespräch noch über ihre Bemerkung sinniere, dass es etwas luftig sei, finde ich, dass dazu die Formulierung «runter und rauf» viel besser passt, weil sie nicht fallen impliziert, sondern: Anlauf nehmen, um fürs Fliegen abzuheben.

2 Gedanken zu “fliegen (1)

  1. Finde auch, dass runter und rauf (in die Luft) etwas anderes ist als rauf und runter (in den Abgrund).
    Kürzlich habe ich mit jemandem den Unterschied zwischen ‚guet und gern‘ und ‚gern und guet‘ diskutiert. Was ist für Dich der Unterschied?

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