lernen

«Ich vegetiere durch den Tag», gebe ich zur Antwort, als meine langjährigste Freundin telefoniert und sich nach meinem Tun erkundigt, obwohl ich eigentlich gerade mit meiner Buchhaltung beschäftigt bin. «Dieses Gefühl ist mir nicht unbekannt», sagt sie. Sie versuche es jeweils an solchen Tagen mit Strukturen. Vielleicht wäre es mit einem richtigen Hobby einfacher. Möglich.

Sie fragt, ob ich den «Club» am Dienstagabend zu «Rentner an die Arbeit» gesehen hätte. Nein, habe ich nicht. «Aber», sage ich, «das kann es doch nicht sein – weiter arbeiten und die Ausseinandersetzung, die nach dem Erwerbsleben auf einem zukommt, einfach vor sich herschieben.»

Heute Morgen habe ich dazu in der Zeitung gelesen, dass das Rentenalter für Frauen aus Kostengründen schon bald einmal auf 65 Jahre angehoben werden soll. Umfragen hätten gezeigt, dass sich dafür bereits eine breite Akzeptanz finde, auch bei Frauen im betroffenen Alter. Ich erinnere mich an Zeiten, wo dieses Postulat chancenlos gewesen ist.

Was hat sich verändert? Vielleicht gibt es immer mehr Frauen, die in ihrem Beruf selbstbestimmter und erfüllter sind, als die Generation vor mir. Möglicherweise auch, weil das gesellschaftliche Arbeitsnetz einige Vorteile bietet. Ich denke dabei an Auseinandersetzung, Wertschätzung, Struktur. All dies ist im selbstbestimmten Leben ausserhalb des Rasters (Erwerbs)-Arbeit nicht so einfach zu finden wie im fremdbestimmten.

Ich bin am Lernen und Suchen – gestern fand ich dabei das Gefühl «Glück», heute «Melancholie». Und morgen?

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