Weisses (1)

«Deine Agenda wird schneller voll sein, als dir lieb ist – aber von nun an einfach selbstbestimmt». Dies schrieb mir unlängst eine Freundin, als sie von meiner Pensionierung hörte.

Als ich einem befreundeten Paar telefonierte, weil wir uns seit langem wieder einmal sehen wollen, höre ich als erstes: «Du, das wird schwierig. Wir haben dermassen viel zu tun.» Die Agenda des einen ist voller als vor 20 Jahren, als er noch als Lehrer tätig war. Wir finden dann doch noch einen Termin. Die beiden 85jährigen Männern empfangen mich in zwei Wochen um 14 Uhr für eine Kaffeelänge!

Ich denke: Vor soviel will ich verschont bleiben. Ich brauche für mein Leben definitiv weisse Flächen in meiner Agenda – und zwar über Tage hinweg.

Aber wie? Ein Blick auf die Doppelseite dieser Woche zeigt: kein Tag ohne mindestens eine verpflichtende, selbstgewählte Abmachung. Und nächste Woche? Wenn ich ehrlich bin, schaut es da nicht viel besser aus!

dauerferien müssen geübt werden – nur schon das Weisse.

2 Gedanken zu “Weisses (1)

  1. Habe vorhin endlich, nach drei Wochen, einen Frisch-Pensionierten am Telefon erwischt: Er ist Morgen Gast im Stadttalk von Rapperswil – und ich hätte mit ihm noch einiges zu besprechen gehabt. Und weisst Du, wo er die ganze Zeit verbracht hat: Bei den Proben des Zirkus‘ Knie. Er ist ein totaler Knie-Fan. Und heute muss er alles nachholen, was er verpasst hat – also mit mir telefonieren, zwei Sitzungen und abends eine Chorprobe. Ja, Barbara, das Weisse in der Agenda…
    Gruss von Barbara aus Rapperswil

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