AHV

Da hat mich meine Freundin, als sie meinen gestrigen Eintrag gelesen hat, berechtigterweise gefragt, wie hoch meine monatliche Rente sein werde. Dies solle ich doch auch schreiben.

Zuerst sträubte ich mich, aber weshalb auch. Hier also die Antwort auf ihre Frage:

Die Schweizerischen Eidgenossenschaft wird mir ab dem 1. Juli 2015 bis zu meinem Lebensende monatlich 2350.00 Franken AHV auf mein Postcheck-Konto überweisen.

Somit erhalte ich also die maximale Leistung, weil ich auch maximal lang meine Arbeitnehmerinnen-Lohnprozente an die Sozialversicherungen bezahlt habe. Aus der „Verfügung vom 18. Februar“, die ich am vergangenen Montag per Post erhalten habe, entnehme ich, dass ich und meine jeweiligen Arbeitgeber die jeweils vorgeschriebenen Lohnprozente, während 43 Jahren an die Ausgleichskasse überwiesen haben.

Interessant finde ich auch die Information, die ich dem offiziellen Dokument entnehmen kann, dass ich während all dieser Erwerbsjahre ein Einkommen von über 3 Millionen Franken generiert habe.

Man stelle sich mal vor: Da habe ich etwas mehr als zwei Drittel meines Lebens mit Arbeiten verbracht und in dieser Zeit sind 3 Millionen Lohn ausbezahlt worden – weniger also, als manch ein CEO in einem Jahr verdient.

Von meinem Einkommen ist fast soviel wieder ins System zurück getröpfelt – ausgegeben für Ausgleichskasse, Altersrente,  Steuern, Krankenkasse, Wohnungsmiete, Kleider, Kinoeintritte, Theaterbesuche, feines Essen, Ferien, Flüge, öffentlichen Verkehr, Geschenke, Hotelübernachtungen, Ärztin, Zahnärztin, Coiffeuse, Fotoapparate und Kameras, Kaffee, Tee, Süsses, Salziges, Lebensmittel, Computer, Handys, Zeitungen, Bücher, Möbel, Geschirr, Besteck, Pfannen, Wäsche, Waschpulver, Freizeitartikel, Skiliftfahrten, Schwimmbad-Eintritte, Vereinsbeiträge, Spenden und noch viel mehr. Für privilegierte Menschen – zu denen auch ich mich zähle – ist die Liste unendlich lang an Möglichkeiten, um das Geld seinem dafür vorgesehenen Kreislauf wieder zurück zu geben. Und – auch das ein Privileg, das nicht selbstverständlich ist: Ich werde mich nach der Pensionierung nicht gross einschränken müssen, weil ich die Chance hatte, ein Leben lang als das arbeiten zu können, was mich immer begeistert hat: als Journalistin und Filmemacherin.

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